Inhalt

Digital ist attraktiv, aber…

Die Ergebnisse der Kinder-Medien-Studie 2017

Kinderbuch und Kuscheltier links liegen gelassen und die Augen fest auf Tablet und PC gerichtet – dieses Bild der heranwachsenden Generation verfestigt sich zunehmend in unserem gesellschaftlichen Denken. Die erstmals erschienene Kinder-Medien-Studie 2017 (KMS) hält neue Erkenntnisse bzw. Zahlen zur Medien- und Lebenswelt von Kindern bereit und lässt die mediatisierte Kindheit in einem neuen Licht erscheinen.

Unter dem Motto "Young Digital Natives – wie digital sind sie wirklich?" untersuchte die KMS den Medienkonsum und das Mediennutzungsverhalten von Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren in Deutschland. Für die repräsentative Untersuchung wurden rund 2.000 Interviews mit Kindern und ihren Eltern geführt. Dabei wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ihrem Online- und Offlineverhalten befragt sowie die Rolle der Eltern ermittelt. Als Gemeinschaftsprojekt der Verlagshäuser Blue Ocean Entertainment AG, Egmont Ehapa Media GmbH, Gruner + Jahr, Panini Verlags GmbH, SPIEGEL Verlag und ZEIT Verlag ins Leben gerufen, widmet sich die KMS insbesondere dem Mediennutzungsverhalten bezüglich Kinderbüchern und Kinderzeitschriften.

Hier ein Ergebnisüberblick der Studie:

  • Freizeitgestaltung
Kinder lieben es nach wie vor, mit Freundinnen und Freunden im Freien zu spielen. Erst ab zwölf Jahren nimmt die Präferenz von medialen Freizeitaktivitäten deutlich zu. Nach Fernsehen (97 %) und Musik hören (79 %) stellt auch das Lesen von Büchern und Zeitschriften bei 72 Prozent der befragten Kinder eine beliebte mediale Freizeitbeschäftigung dar und übertrifft sogar die Nutzung digitaler Spiele (57 %).

  • Kommunikation
Das Telefonieren (82 %) stellt bei den Sechs- bis 13-Jährigen die am häufigsten genutzte Kommunikationsform dar. Die Kommunikation über WhatsApp (40 %) oder Facebook (17 %) ist deutlich niedriger ausgeprägt. Jedoch nutzen bereits einige der Sechs- bis Neunjährigen diese Messaging-Dienste.

  • Eigene Kaufkraft
Das eigene Taschengeld wird neben Süßigkeiten (68 %) bevorzugt in Zeitschriften und Magazine (50 %) investiert. Spiele-Apps und Online-Spiele (3 %) werden davon eher selten erworben.

  • Mediale Selbstbestimmung
Mediale Freiräume werden seitens der Eltern vor allem in Hinblick auf Printmedien (69 %) eingeräumt, gefolgt von der Fernsehnutzung (49 %). Hier dürfen Kinder selbstständig entscheiden, was sie rezipieren wollen. Bei Smartphone und Tablet (28 %) sind Eltern noch deutlich skeptischer. Hier haben Kinder die wenigsten Freiräume.

  • Werbung und Medienakzeptanz
Werbung wird im Fernsehen (77 %) und in Zeitschriften (73 %) bevorzugt. Im Internet und auf dem eigenen Smartphone ist Werbung hingegen weniger beliebt. Bezüglich des Informations- und Bildungsgehaltes vertrauen Eltern deutlich häufiger auf Kinderzeitschriften und das Fernsehen als auf das Internet.

Die moderne Technik ist heutzutage fester Bestandteil der kindlichen Lebenswelt, was sich in den Ergebnissen der KMS zu Medienbesitz und Kommunikationsformen widerspiegelt. Trotz der Digitalisierung ihrer Lebenswelt haben Kinder weiterhin großes Interesse an nicht-medialen Aktivitäten. Gleichzeitig arbeitet die Studie heraus, dass Offlinemedien wie Bücher und Zeitschriften nach wie vor ihre Bedeutung in deutschen Kinderzimmern nicht verloren haben und das Vertrauen der Eltern genießen. Die KMS skizziert somit ein vielschichtiges Bild moderner Kindheit, wobei online und offline im Alltag der Kinder Hand in Hand gehen.

Mehr Informationen zur Studie unter www.kinder-medien-studie.de.

Saskia Eilers
    seitenanfang | druckansicht