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aus dem Heft: 2017/01: Neue Gendermedienwelten?!
in der Rubrik: aktuell

Antje Müller: JIM-Studie 2016

Unter den befragten Zwölf- bis 19-Jährigen in Deutschland nehmen fast alle ihr Handy mit in die Schule (94 %). Allerdings dürfen dort zwei Fünftel ihr Mobiltelefon prinzipiell nicht benutzen – zu diesen Ergebnissen kommt die JIM-Studie 2016, die sich unter anderem mit dem Medienumgang innerhalb der Schule, des Lernens und beim Erledigen der Hausaufgaben beschäftigt. Dabei werden insbesondere auch Regelungen bei der Handy und WLAN-Nutzung in der Schule beleuchtet. Speziell bei den Zwölf- bis 13-Jährigen darf nur jeder Zehnte das Handy im Unterricht für den Unterricht nutzen. Unter den volljährigen Schülerinnen und Schülern sind es dagegen schon 45 Prozent. Die Mobilfunknutzung ist allerdings nicht gleichzusetzen mit der WLAN-Nutzung an Schulen. Nach Angaben der Befragten gibt es an 41 Prozent der Schulen zwar WLAN, ist jedoch meist nicht zur Nutzung für die Schülerinnen und Schüler gedacht. So dürfen nur fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler das WLAN an der Schule in den Pausen nutzen; 29 Prozent ist die Nutzung generell untersagt. Daneben räumen etwa 70 Prozent ein, mit den vielen Apps und Communitys, die sie nutzen, manchmal viel Zeit zu verschwenden. Dennoch äußern über zwei Drittel (68 %), dass sich eine Organisation und Planung in ihrem Freundeskreis gar nicht mehr ohne diese realisieren lässt, auch und vor allem innerhalb der Schulorganisation (51 %). So entfallen beispielsweise mindestens 92 Minuten pro Wochentag auf die Erledigung von Hausaufgaben mit und ohne Computer beziehungsweise Internet. Darüber hinaus steigen die digitalen Hausaufgabenzeiten mit zunehmendem Alter auf bis zu eine Dreiviertelstunde bei den volljährigen Schülerinnen und Schülern an. Trotzdem kann sich mehr als die Hälfte der Befragten vorstellen, eine Woche ohne Handy auszukommen. Das Smartphone ist aber Zentrum und Ausgangspunkt für Kommunikation, Information und Unterhaltung. Die Hauptintention der Verwendung von Online-Diensten entfällt dabei auf die Kommunikation (41 %), gefolgt von Live- Radiosendern (Mädchen 69 %, Jungen 61 %), YouTube- (Mädchen 53 %, Jungen 57 %) oder Musik-Streaming-Diensten (wie Spotify; Mädchen 39 %, Jungen 47 %) sowie der Unterhaltungssuche (29 %). Wie in den Jahren zuvor haben fast alle Jugendlichen (99 %) Zugang zum Internet. Einen Höchststand hat hingegen die tägliche Reichweite des Internets erreicht: Aktuell nutzen 87 Prozent das Internet (mindestens einmal) täglich, im Vorjahr waren es noch 80 Prozent. Die Studienreihe wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt und bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Die Basisdaten stammen von 1.200 telefonisch befragten Zwölf- bis 19-Jährigen aus Deutschland.

www.mpfs.de

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    Autor/innen: Antje Müller
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