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aus dem Heft: 2017/02: Postfaktisch: Journalismus im medialen Wandel
in der Rubrik: aktuell

Antje Müller: Jugendliche haben kaum Vertrauen in ihr Lieblingsmedium

Die meisten Jugendlichen (60 %) halten nach eigener Einschätzung einen Großteil der aktuellen Nachrichten in sozialen Netzwerken für falsch. Die Studienergebnisse von Gerüchte im Netz – Wie bewerten Jugendliche Informationen aus dem Internet der Initiative Saferinternet. at zeigen außerdem, dass Fernsehen und soziale Netzwerke (59 %) für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren zu den wichtigsten Informationsquellen zählen. Tagesaktuelle Informationen ziehen sie zudem aus dem Radio (33 %), von YouTube (27 %), aus Tageszeitungen (25 %) und von Webseiten der Tageszeitungen (20 %). Den größten Vertrauensvorschuss erhalten jedoch eher traditionelle Medien. Dementsprechend werden Radio (32 %) und Fernsehen (29 %) als glaubwürdiger eingeschätzt als die Webseiten dieser klassischer Medien (23 %), soziale Netzwerke (10 %) oder YouTube (9 %). Zusammenhänge zur Einschätzung der Glaubwürdigkeit von Online-Medien zeigen sich im Grad der formalen Bildung. Demnach erhalten Wikipedia (15 % formal höher Gebildete, 29 % formal niedriger Gebildete), bestimmte YouTuber (3 % zu 23 %) oder soziale Netzwerke (3 % zu 19 %) mehr Zuspruch von Jugendlichen mit formal niedriger Bildung. Besonders glaubwürdig erscheinen darüber hinaus ästhetische Bilder. Eigenen Angaben zufolge können 71 Prozent der Jugendlichen hier den Grad der Bearbeitung gut einschätzen. Bei der Bewältigung der Informationsflut besteht aber noch große Unsicherheit (86 %), wahre von falschen Meldungen zu unterscheiden. Abgefangen wird dies von einer erhöhten Bereitschaft (62 %) zur Recherche und Kontrolle fragwürdiger Informationen, welche mit dem Grad der Bildung zunimmt. Eine überwiegend oberflächliche Recherche sowie schwach ausgeprägte Kritikfähigkeiten zu Bildkontexten und zur Informationsbewertung steigern jedoch den Bedarf nach einer verbindlichen Förderung in der Schule und fordern auch Eltern in der Vermittlung eines kritischen Umgangs mit (Online-)Medien. Im Rahmen der Initiative Saferinternet. at beauftragten das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und die Internet Service Providers Austria (ISPA) das Institut für Jugendkulturforschung mit einer repräsentativen Online- Umfrage unter 400 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren zum Umgang mit Informationen aus dem Netz.

www.saferinternet.at

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    Autor/innen: Antje Müller
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