Inhalt

aus dem Heft: 2017/02: Postfaktisch: Journalismus im medialen Wandel
in der Rubrik: thema

Informations- und journalistische Portale

bento: Likes, Klicks, Reichweite

bento ist eine kostenfreie Plattform, die – unabhängig von bestimmten Interessen – über Weltgeschehen und gesellschaftlich relevante Themen berichtet. bento-Journalistinnen und -Journalisten verbreiten Meinungen und Behauptungen nicht ohne Weiteres, sondern fragen nach und prüfen. Die Recherche erfolgt auf unterschiedlichen Wegen: via Telefon, Chat, Dokumenten oder direkt vor Ort. Dabei bemüht man sich um einen Journalismus nach dem Zwei-Quellen-Prinzip. Ziel ist eine faire und transparente Berichterstattung sowie Kommentierung. Beansprucht wird jedoch keine vollständige Objektivität. Vielmehr stehen Nachvollziehbarkeit der redaktionellen Einschätzungen sowie die Anregung zur Debatte im Vordergrund.
Neben aktuellen Nachrichten bietet bento ein moderiertes Forum, in dem – nach einer Prüfung gemäß der hauseigenen Netiquette – Kommentare zu Artikeln veröffentlicht werden. Über die bento Shopping List empfiehlt die Plattform darüber hinaus auftragsunabhängig Produkte wie Bücher, Gadgets oder Kleidung.
Das Format – ein Ableger von SPIEGEL ONLINE – hat die 18- bis 30-Jährigen als Zielgruppe. Die Redaktion besteht aus dem Leitungsteam Frauke Lüpke-Narberhaus und Ole Reißmann sowie 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. bento finanziert sich ausschließlich durch Werbung. Eingesetzt werden unter anderem Werbebanner, Advertorials, Affiliate Links und sogenanntes Native Advertising.

www.bento.de


Blendle

Blendle ist eine Online-Nachrichtenplattform der niederländischen Firma Blendle GmbH und präsentiert sich wie eine digitale Version eines Zeitungskiosks. Blendle hat eine große Menge verschiedener Zeitungen und Zeitschriften zur Auswahl. Leserinnen und Leser können aus dem kompletten Angebot von Veröffentlichungen einzelne Artikel auswählen, die sie interessieren und müssen somit nicht die gesamte Ausgabe kaufen.

Bei Blendle werden viele verschiedene Kanäle zur Suche nach Artikeln angeboten. Es kann digital in einer Zeitung oder Zeitschrift geblättert und auf einen Artikel geklickt werden. Zur Verfügung stehen zudem täglich oder wöchentlich abonnierbare Newsletter und darüber hinaus können Interessierte auch selbst in diversen Themenkanälen und im Mein Blendle Feed nach Artikeln stöbern. Der Kauf erfolgt per Öffnen des Dokumentes. Sollte diese jedoch nicht gefallen, kann er auch wieder zurückgeben werden.

Statt über Abonnements verwalten Nutzerinnen und Nutzer ihre Käufe und Ausgaben über ihren Account, vergleichbar mit einem virtuellen Portemonnaie. Jeder neue Nutzer erhält bei Blende ein Guthaben von 2,50 € und den Zugang zu 37 Medien, um die Plattform auszuprobieren. Ist das Startguthaben aufgebraucht, kann selbst entschieden werden ob oder wieviel wieder aufgeladen werden soll.

Neben Einnahmen durch Einkäufe der Mitglieder unterstützen der Medienkonzern Axel Springer und die New York Times Blendle als Investoren.

blendle.com/signup/kiosk


CORRECTIV: Recherche, Crowdfunding, investigativer Journalismus

CORRECTIV ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum und bietet unab­hängigen und investigativen Journalismus. Durch sein Modell, redaktionelle Arbeit für jeden ­Verlag und Sender in Deutschland erschwinglich und zugänglich zu machen, versteht sich CORRECTIV als eine von vielen Antworten auf die Medienkrise.
Die Redaktion besteht aus Festangestellten sowie freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zum Teil in leitenden Funktionen für große regionale und überregionale Medien arbeiten. Inhaltlich bietet CORRECTIV, mit Recherchen zu unter anderem Politik, Wirtschaft, Umwelt, Kultur oder Bildung, vor allem Themen von nationaler Bedeutung, die Menschen direkt angehen und starke Auswirkungen vor Ort haben. Auf dieser Weise konzentrieren sich die Macherinnen und Macher auf einen unabhängigen Recherchejournalismus, der seinen Bildungsauftrag ernst nimmt.
Mit CORRECTIV ist eine Form des fremd­finanzierten Kampagnen-Journalismus entstanden, die sich selbst als gemeinnützig versteht – getragen von der gemeinnützigen GmbH CORRECTIV–Recherchen für die Gesell­schaft und finanziert durch gemeinnützige Stiftungen, Mitgliedsbeiträge und Spenden der Nutzenden und Lesenden. Seine Recherchen und Geschichten reicht CORRECTIV in Kooperationen an große und kleine Zeitungen und Magazine wie auch an Radio- und Fernsehsender weiter. CORRECTIV hat keine Druck- oder Vertriebskosten, sodass der Großteil des Etats direkt in aufwändige und investi­gative Recherchen fließt.

www.correctiv.org


funk: öffentlich-rechtlich, jung und hip

funk ist ein Content-Netzwerk der ARD und des ZDF, das sich mit seinen ausschließlich online verfüg­baren Inhalten an 14- bis 29-Jährige richtet, ein Zielpublikum, das ansonsten kaum oder gar nicht die Fernsehproduktionen der öffentlich-rechtlichen Sender konsumiert. Zusammen mit allen Rundfunkanstalten, mit Partnern aus der Webvideobranche und jungen, talentierten Medienmacherinnen und -machern arbeitet funk an wissenswerten, kritischen, lustigen und unterhaltenden Inhalten. Produziert werden Formate wie Kliemannsland, Game Two und Y-Kollektiv, die auch auf YouTube, Facebook, Snapchat, Instagram und in weiteren sozialen Netzwerken zugänglich sind. Solche Drittplattformen stellen den wichtigsten Berührungspunkt von funk mit dessen Nutzenden dar. In der funk-App (funk.net/app) gibt es zudem internationale Lizenzserien und kostenfreie Serien wie Doctor Who und Orange is the new Black.
funk sucht nach guten Ideen, spannenden Erzählformen und Menschen mit Haltung und arbeitet mit etablierten Köpfen an neuen Projekten abseits von kommerziellen Einflüssen. Das Online-Medienangebot fördert aber vor allem auch Newcomerinnen und Newcomer, unterstützt sie redaktionell und finanziell, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, eigene Ideen umzusetzen. funk wird stetig weiterentwickelt und möchte zusammen mit seinen Nutzerinnen und Nutzern neue Ideen entwickeln und über bestehende Inhalte diskutieren.
funk ist ein öffentlich-rechtliches Angebot und wird entsprechend durch den Rundfunkbeitrag finanziert. Auf Werbung und Productplacements wird verzichtet. Unter der Leitung von Florian Hager und Sophie Burkhardt betreuen in Mainz rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Netzwerk von Redaktionen und Webvideo-Produzierenden.

www.funk.net


heute-show

heute-show.de ist ein öffentlich rechtliches Online-Angebot mit dem Schwerpunkt Satire. Umgesetzt wird es bei Prime Productions in Köln, verantwortet vom ZDF. Zielgruppe sind alle Interessierten.
Das Team der Kölner Produktionsfirma Prime Productions produziert die Inhalte für Online und Fernsehen aus einer Hand. Die Redaktion des ZDF ist dazu in enger Abstimmung mit dem Produzenten und nimmt die Inhalte ab.

Konzeptionell wurde heute-show.de in der Startphase von Isa Ostertag betreut, betreuende ZDF-Redakteurin in Köln ist Karolina Salomon. Verantwortlich ist Stephan Denzer.

www.heute-show.de/zdf


HOAXmap

Spätestens seit Mitte des Jahres 2016 ist zu beobachten, dass zunehmend Gerüchte über Asylsuchende in die Welt gesetzt und viral verbreitet werden. Auf HOAXmap werden seit dem 8. Februar 2016 Falschmeldungen im Kontext der Flüchtlingskrise in Europa mit Ursprungs- oder Bezugsort gesammelt und zusammen mit Auflösungen auf Basis der Leitmedien online zugänglich gemacht.

HOAXmap ist, laut der Urheberin Karolin Schwarz, aus dem Wunsch entstanden, eine Ordnung in die Vielzahl gestreuter Gerüchte zu bringen und die Dekonstruktion selbiger zu erleichtern. Sämtliche "Auflösungen" sind etablierten Medien entnommen und verlinkt. Sofern kein Datum für den jeweiligen Vorfall aufgeführt ist, wurde das Datum des Artikels übernommen. In den wenigen Fällen, in denen kein konkreter Ort angegeben war, wurde die Hauptstadt des Landkreises bzw. Bundeslandes übernommen.

Die Sammlung enthält ein breites Spektrum von Gerüchten und Falschmeldungen und versucht der Meinungsunterdrückung und dem Weltbild der Gerüchteerzählerinnen und Gerüchteerzählern entgegenzuwirken.

HOAXmap ist ein Projekt von @raeuberhose und @fraulutz, umgesetzt mit Exhibit.

hoaxmap.org


Krautreporter: Unabhängig, sorgfältig, über den Tellerrand

Krautreporter ist ein Online-Magazin für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, das seine Beiträge nicht in klassischen Ressorts, sondern in chronologischer Reihenfolge in einer Übersicht, wie man es von einem Blog kennt, veröffentlicht. Die Autorinnen und -Autoren sind dabei immer auf der Suche nach Geschichten, die von den ‚normalen‘ Nachrichten abweichen. Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern die Zusammenhänge des Weltgeschehens unabhängig und werbefrei zu vermitteln.
Die Themenauswahl und die redaktionelle Arbeit basieren auf einem engen, stetigen Austausch mit Unterstützerinnen und Unterstützern, Leserinnen und Lesern sowie Autorinnen und Autoren. Inhaltlich werden wenige, aber explizit sorgfältig recherchierte Beiträge geboten. Die Recherche erfolgt aus erster Hand und möglichst vor Ort. Die digitale Zugänglichkeit des Recherchematerials mit Originalquellen steht ebenso im Vordergrund wie die Suche nach dem persönlichen Gespräch bei unter anderem selbst organisierten Veranstaltungen, Workshops und Treffen zwischen Unterstützenden sowie Autorinnen und Autoren. Im Ergebnis werden somit nicht nur reine Meinungsbeiträge, sondern auch Reportagen und ‚Erklär­stücke‘ geboten. Autorinnen und Autoren teilen ein Verständnis von Journalismus, der unabhängig, sorgfältig und offen ist, und verpflichten sich einer journalistischen Qualität mit handwerklichen Standards.
Die Finanzierung der Plattform erfolgte durch Crowdfunding. Heute ist die Trägergesellschaft eine Genos­senschaft, finanziert ausschließlich durch einen Mitgliedsbeitrag von fünf Euro im Monat von allen Abonnentinnen und Abonnenten. Bezahlte Anzeigen werden nicht geschaltet.

www.krautreporter.de


NachDenkSeiten

NachDenkSeiten ist eine kritische Website, die eine gebündelte Informationsquelle für jene Bürgerinnen und Bürger sein möchte, die am Mainstream der öffentlichen Meinungsmacher zweifeln und gegen die gängigen Parolen Einspruch anmelden.

NachDenkSeiten versteht sich als Anlaufstelle für alle Interessierte an gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Problemen. Sie will hinter die interessengebundenen Kampagnen der öffentlichen Meinungsbeeinflussung leuchten, systematisch betriebene Manipulationen aufdecken und Denkfehler sowie kollektive Vorurteile aufdecken. NachDenkSeiten hinterfragt die Feindseligkeit gegenüber allen staatlichen und öffentlichen Einrichtungen, setzt sich für die Anregung öffentlicher Debatten ein und möchte Mut zu abweichenden Meinungen machen. Ziel ist die Förderung der Qualität der öffentlichen Meinungsbildung und die stärkere öffentliche Beachtung der Lebens-, Abhängigkeits- und Einkommensverhältnisse und damit der Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit und der Solidarität.

Das Projekt geht auf die Initiative von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb zurück und ist unabhängig von geschäftlichen Interessen. Seine Realisierung folgt der Idee, etwas gegen die Einseitigkeit und Oberflächlichkeit der öffentlichen Debatte tun zu wollen und dazu das Medium Internet zu nutzen. NachDenkSeiten.de wird von dem Verein Initiative zur Verbesserung der Qualität politischer Meinungsbildung e.V. (IQM) getragen und gefördert.

www.nachdenkseiten.de


netzpolitik: Journalistisch, demokratisch, aber nicht neutral

netzpolitik.org ist ein Blog für digitale Freiheitsrechte und andere netzpolitische Themen. Mit Hilfe von über dreißig Reporterinnen und Reportern werden wichtige Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft, Kultur und Politik thematisiert und Möglichkeiten aufgezeigt, wie man sich selbst mit Hilfe des Netzes für digitale Freiheiten und Offenheit engagieren kann. Die Redakteurinnen und Redakteure beschreiben, wie die Politik das Internet durch Regulierung verändert und wie das Netz die Politik und Öffentlichkeiten wie auch alles andere verändert.
Die Plattform netzpolitik.org versteht sich als journalistisches, jedoch nicht neutrales Angebot, dessen Mitarbeitenden sich für digitale Freiheitsrechte und deren politische Umsetzung engagieren. Dementsprechend wird aus der Perspektive von Grund- und Menschenrechten berichtet. Von Staaten, die die Meinungs- und Pressefreiheit nicht ausreichend respektieren, distanziert sich netzpolitik.org und vermeidet eine Instrumentalisierung durch die Verweigerung der Kommunikation mit deren Staatsmedien.
Das Blog wird über Werbung, Spenden und durch die Agentur Newthinking querfinanziert. Gründer und Chefredakteur Markus Beckedahl bezeichnet das als ‚Open-Source-Geschäftsmodell‘. Außerdem gibt es Einnahmen durch Workshops oder Vorträge der einzelnen Autorinnen und Autoren.

www.netzpolitik.org


piqd: Personalisiert und handverlesenswert

piqd ist die Programmzeitung für guten Journalismus, die von den Journalisten Konrad Schwingenstein, Frederik Fischer (tame) und Marcus Jordan (torial) ins Leben gerufen wurde. piqd-Themenkanäle werden von einer kleinen Redaktion aus Fachjournalistinnen und -journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie anderen Expertinnen und Experten betreut. Jeder dieser Kuratorinnen und Kuratoren empfiehlt pro Tag maximal einen Beitrag. Zusätzlich zu den verlinkten Beiträgen verfassen die Kuratorinnen und Kuratoren zu jeder Empfehlung Rezensionen, Reflektionen und Zusammenfassungen. Im Zentrum steht dabei die Frage: Warum ist diese Empfehlung die Zeit der Lesenden wert?
piqd ist der Gegenentwurf zu den reichweiteoptimierten Algorithmen sozialer Netzwerke. Was relevant ist, bestimmen ausschließlich die Kuratorinnen und Kuratoren sowie Mitglieder. Auf diesem Weg möchte die Redaktion zu einer informierten Öffentlichkeit im Netz beitragen.
Die Inhalte auf www.piqd.de sind frei verfügbar. Wer ein Thema abonniert, wird per E-Mail über neue sogenannte piqs informiert. Nur angemeldete Mitglieder können Links posten oder die Empfehlungen von Expertinnen und Experten kommentieren. Die Nutzung ist grundsätzlich kostenfrei, die Mitgliedschaft kostet pro Monat drei Euro und erlaubt unter anderem das Kommentieren der piqs und das Einstellen eigener Empfehlungen. Zu den Themenkanälen gehören ‚Flucht und Vertreibung‘, ‚Volk und Wirtschaft‘ sowie populäre Gebiete wie ‚Spiele und Kultur‘ und ‚Musik und Subkultur‘.
Finanziert wird das Projekt mit derzeit sechs festen Mitarbeitenden sowie 140 Expertinnen und Experten von Konrad Schwingenstein, dem Medien-Investor (torial.com, egoFM und logos.vision) und Mitinhaber der August Schwingenstein Stiftung. Seit Februar 2017 wird neben der deutschsprachigen Plattform übrigens auch ein rein englischer Service angeboten.

www.piqd.de


VICE

VICE ist ein werbefinanziertes und ursprünglich kanadisches Lifestyle- und Jugendmagazin. Herausgeber ist das Unternehmen Vice Media, das größte globale Jugendmedienunternehmen mit 38 Büros weltweit und führend in seinem Segment der Online-Video-Content-Produktion und Distribution.

VICE startete 1994 als Punk-Fanzine und expandierte seither als Multimedia-Network, inklusive der weltweiten Plattform für Online-Videos, VICE.com, einem internationalen Netzwerk digitaler Kanäle, TV- und Filmproduktionsstudios, Plattenlabel und einem Buchverlag. Zu VICE gehören zudem das Vermarktungsnetzwerk VICE Digital Network sowie die Inhouse-Kreativagentur Virtue Worldwide.

Die Online-Zeitschrift beschäftigt sich vorwiegend mit zeitgenössischer Jugendkultur und behandelt kontroverse Themen wie auch länderübergreifend wichtige Sozialprobleme oder politische Konflikte. Dabei steht VICE für eine direkte und selbstironische Berichterstattung und richtet sich an die Kernzielgruppe im Alter von 18 bis 34 Jahren.

Für seine Produktionen wurde VICE mehrfach ausgezeichnet. In Deutschland wurde VICE zuletzt mit dem Lead Award in der Kategorie "Webmagazin des Jahres 2015" ausgezeichnet.
www.vice.com/de

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