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aus dem Heft: 2018/02: Kita digital: Frühe Medienerziehung
in der Rubrik: aktuell

Daphne Schubert: FIM Studie 2016

In den Ergebnissen der FIM-Studie 2016, veröffentlicht in 2018, zeigen sich im Vergleich zur Voruntersuchung aus 2011 trotz allgemein zunehmender Mediennutzung wenig Dynamiken. Bezüglich der Nutzung von Textnachrichten zur Kommunikation zwischen Eltern und Kindern lässt sich eine Entwicklung bei den älteren Kindern zwischen zwölf und 19 Jahren feststellen. Hier gaben 2011 etwa ein Drittel (34 %) der Eltern an, häufig bis gelegentlich per Textnachricht mit ihren Kindern zu kommunizieren, wohingegen dies in der aktuellen Untersuchung mit 62 Prozent fast doppelt so viele Eltern angeben. Das Repertoire an Geräten zur Mediennutzung ist in deutschen Familien sehr breit gefächert. So ist in fast allen Haushalten mindestens ein Mobiltelefon zu finden, 93 Prozent haben einen Computer oder einen Laptop, 70 Prozent verfügen außerdem über eine (stationäre oder mobile) Spielekonsole und immerhin noch die Hälfte der Familien besitzt einen Tablet PC. Bei der gemeinsamen Mediennutzung steht noch immer das regelmäßige Fernsehen mit 58 Prozent an erster Stelle. Gefolgt von Radio (knapp 50 %) und gemeinsamen Musik hören (40 %). Die Medienexpertise bezüglich technischer Aspekte liegt übereinstimmend, auch aus Sicht der Kinder, vor allem bei den Vätern, während die Kompetenzen bezüglich Fernsehprogramm und Büchern bei den Müttern und hinsichtlich Computerspielen bei ihnen selbst liegen. Etwa ein Drittel der Eltern schätzt ihre Medienerziehungskompetenz als sehr gut ein (Männer: 40 %, Frauen: 23 %). Etwa 50 Prozent finden sich "etwas kompetent". Kein Vertrauen haben vier Prozent der Eltern in ihre Medienerziehung. Die Wahrnehmung der Medienentwicklung der letzten Jahre ist bei Eltern, die sich in der Medienerziehung kompetenter fühlen, positiver als bei unsicheren Eltern. Der Schutz vor negativen Einflüssen durch Medien liegt nach 78 Prozent der Eltern in erster Linie in ihrer eigenen Verantwortung. An zweiter Stelle werden mit 46 Prozent die Unternehmen und anschließend staatliche Organe (37 %) gesehen. Die repräsentative Studie zum Mediennutzungsverhalten in Familien wurde vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk erstmals 2011 durchgeführt. Die Erhebung im Jahr 2016 ist die zweite Durchführung im Rahmen dieser Untersuchung, die in Ergänzung zu den KIM-und JIM-Studien vertiefende Erkenntnisse zum familiären Mediennutzungsverhalten liefert. Für die Studie wurden 284 Familien mit Kindern zwischen drei und 19 Jahren befragt.

www.mpfs.de

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    Autor/innen: Daphne Schubert
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