Inhalt

aus dem Heft: 2018/04: Medienpädagogik und Informatik
in der Rubrik: spektrum

Ralf Steckert: The History is Unwritten

Transkontextualisierte Erinnerung und alternative Narration

Kollektive Erinnerung wird durch einen Mix von Narration medienkultureller Produkte bedingt. Diese konstruieren und verwerfen Geschichtsbilder, welche unter anderem Hate Speech befeuern. Zugleich öffnen sie Verhandlungsräume als unabgeschlossene Erinnerungs-Mash-Ups. Im interagierenden Prozess des Erinnerns und Vergessens wird deutlich, dass Gedächtnis nur als ein mediatisiertes erklärbar ist, welches sich nicht zuletzt auch durch wirksame alternative Wirklichkeiten herstellt. Der Beitrag fokussiert beispielhaft ein Artefakt verzerrender Erzählung. Eingebettet in plurimediale Konstellationen wird jenes bedeutend gemacht und vermag einen Prozess der Erinnerung zu initiieren, der in einem Zuge Geschichte sowohl umschreibt als auch erinnert. Abschließend wird eine Handlungsempfehlung zur Medienbildung gereicht, die für Konfliktzonen bewusste Doing Memorys plädiert.


Literatur:

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Spotnitz, Frank (2015). The Man in the High Castle. Originaltitel: The Man in the High Castle. Staffeln 1-3. 30 Episoden. Amazon Studios/Amazon TV und Erin Smith & Ridley Scott. USA. Streaming Serie, 60 Min. Amazon Video.


Ralf Steckert ist Sozialwissenschaftler und arbeitet im Bereich Übergang Schule-Beruf sowie transkultureller Quartiersarbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover.

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    Autor/innen: Ralf Steckert
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