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Call for papers

Di, 31.10.17

Mode, Musik, digitale Medien, Gesellungsformen: Jugendkulturelle Szenen und Stile gelten in verschiedenen Zusammenhängen als Arenen der Innovation von Gesellschaft. Zur gesellschaftlichen Einbettung juveniler Szenen im Kontext von Ökonomisierungsprozessen, zu den ästhetischen und sozialen Praktiken in einzelnen Jugendszenen und zu den Einstellungen und Lebenszusammenhängen von Szene-Gänger*innen besteht bereits eine vergleichsweise breite Forschung. Jugendszenen sind damit als jugendliche Formen der interessengeleiteten Vergemeinschaftung vergleichsweise gut beschrieben.
Dagegen liegen über die in diese Praktiken eingelagerten Sinnkonstruktionen und die Entstehung von neuen Wissens- und Bedeutungsgehalten sowie zu deren Hervorbringung in jugendkulturellen Szenen bislang kaum substanzielle Erkenntnisse vor. Dies betrifft ganz besonders die Produktion, Verwendung und Bricolage von alltagskulturellen Objekten, Medien und Artefakten in Szenen. Während die Auseinandersetzung mit Ästhetik; Medialität und Materialität insbesondere in der kulturwissenschaftlichen Forschung in den letzten Jahren weit vorangeschritten ist, bildet diese in der stark sozialwissenschaftlich ausgerichteten Jugendforschung mit ihren zumeist auf textsprachliche Daten ausgerichteten Forschungsmethoden noch weitgehend eine Leerstelle.
Seit 2014 gehen insgesamt fünf Forschungsprojekte in dem vom BMBF geförderten Forschungsverbund "Techniken jugendlicher Bricolage – Interdisziplinäre Perspektiven auf jugendkulturelle Praktiken des Umgangs mit alltagskulturellen Objekten" diesen Fragen der Bedeutungskonstruktion szenespezifischer Artefakte u.a. am Beispiel von Fanzines nach und untersuchen damit verschiedene Praktiken der Inszenierung in Jugendszenen. Im Rahmen der geplanten Abschlusstagung sollen die in diesem Rahmen erarbeiteten Befunde vorgestellt und in den Kontext anderer Forschungszusammenhänge gestellt werden, um auf dieser Basis Perspektiven der Forschung zu Jugendszenen zu entwickeln.
Dazu wird die Veranstaltung für theoretisch und empirisch ausgerichtete Beiträge geöffnet, die nach der Bedeutungszuweisung und Bricolage an alltagskulturelle Objekte in zwei Zusammenhängen fragen:

Konstruktion und Tradierung von Jugendszenen
Über welche Artefakte inszenieren Akteur*innen ihre Teilhabe und Zugehörigkeit zu Jugendszenen und welche Objekte dienen der Produktion, Distribution, Tradierung und Vermittlung von Wissen?

Gesellschaftskritik und Grenzüberschreitung in Jugendszenen
Wie werden alltagskulturelle Objekte in Jugendszenen mit Bedeutungen aufgeladen, die bestehende gesellschaftliche Strukturen sowie Macht- und Herrschaftsverhältnisse kritisieren, zurückweisen und überwinden, aber auch bestätigen und reproduzieren?

Bitte senden Sie Ihre Abstracts (max. 2.000 Zeichen) bis zum 31.10.2016 an jubri@jugendkulturen.de.
Für Rückfragen zum Call und zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Tim Böder, Dr. Almut Sülzle oder an Dr. Christiane Wehr.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie "Sprache der Objekte".
Weitere Informationen zum Forschungsverbund finden Sie auf unseren Webseiten unter www.jubri.jugendkulturen.de.
Informationen zur Tagung folgen demnächst unter www.jubri.jugendkulturen.de.

>> Call for Papers als PDF
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