Inhalt

jugendschutz.net erreicht immer häufiger die Löschung

Onlineinhalte werden drastischer und verbreiten sich immer schneller. Eine Prävention und schnelle Intervention ist nötig, um Jugendlichen eine unbeschwerte Internetnutzung zu ermöglichen. jugendschutz.net hat erneut seinen Jahresbericht vorgestellt und kann ein Plus unter erfolgreich gelöschte Angebote mit kinder- und jugendgefährdenden Content verzeichnen.

Enthauptungen in Großaufnahme, hasserfüllte Memes, diffamierende Videos: Kinder und Jugendliche werden im Netz mit brutalen und erniedrigenden Darstellungen konfrontiert, die sich im Social Web rasend schnell verbreiten und hohe Reichweiten erzielen. Insgesamt 121.908 Angebote überprüfte jugendschutz.net 2016 auf Verstöße gegen den Jugendmedienschutz. 6.011 Fälle hat jugendschutz.net im vergangenen Jahr bearbeitet. 38 Prozent waren dem politischen Extremismus zuzuordnen, 21 Prozent pornografisch und bei 13 Prozent handelte es sich um Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen. Nur noch in 15 Prozent der Fälle (902) wurden deutsche Verantwortliche identifiziert. In zwei Dritteln der Fälle (66 %) konnte jugendschutz.net eine schnelle Beseitigung von Verstößen erreichen (2015: 51 %).

Um Kindern und Jugendlichen eine möglichst risikofreie Nutzung des Internets zu ermöglichen, muss der Kreislauf des Likens und Sharens jugendgefährdender Inhalte unterbrochen werden. jugendschutz.net konzentrierte deshalb seine Recherchen auf jugendaffine Dienste und überprüfte im Jahr 2016 120.000 Angebote. Zwei Drittel der registrierten Verstöße konnte jugendschutz.net schnell entfernen lassen und die Löschquote damit um 15 % steigern.

"Gefahren für junge User müssen schnell aus dem Netz. Neue gefährliche Trends erfordern Kriterien am Puls der Zeit", erläutert Cornelia Holsten, Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). "Im Internet ist die KJM der Watchdog und markiert die Grenzen, wann Kinder und Jugendliche beeinträchtigt werden." Um die Spruchpraxis der KJM als Organ der Landesmedienanstalten zu unterstützen, hat jugendschutz.net 2016 388 Fälle weitergeleitet. In den Fokus genommen wurde dabei vor allem die Beseitigung von Verstößen zum Thema Hass und Hetze.

Die Jahresberichte machen deutlich, dass insbesondere die globalen Plattformen wie Facebook ihrer Verantwortung für eine schnelle Löschung bei Hinweisen von jugendschutz.net mittlerweile besser nachkommen. Melden Nutzer entsprechende Hinweise, gibt es jedoch weiterhin erheblichen Nachholbedarf. Vor allem bei Darstellungen wie Enthauptungen gibt es für eine Untätigkeit der Plattformbetreiber keine Rechtfertigung. Selbst nach Hinweisen von jugendschutz.net löschte Twitter nur die Hälfte der gemeldeten Inhalte, der Messenger Telegram überhaupt nichts. Bei Facebook und YouTube lagen die Löschquote immerhin bei 85 bzw. 86 Prozent.

Der Jahresbericht 2016 steht unter jugendschutz.net zum Download bereit.
    seitenanfang | druckansicht