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aus dem Heft: 2017/03: Hass und Hetze im Netz
in der Rubrik: aktuell

Antje Müller: Generation What?

Junge Erwachsene nehmen verstärkt soziale Ungleichheiten war, schätzen die kulturelle Vielfalt, aber auch die vorhandenen Freiheiten und den Individualismus in Deutschland. Das ist ein Ergebnis der europäische Umfrage Generation What? der ländereigenen Sendeanstalten, die jetzt abgeschlossen ist. Die jungen Erwachsenen haben zudem nur mäßiges Vertrauen in die Medien, wobei 41 Prozent kaum und 22 Prozent überhaupt kein Vertrauen schenken. Ohne Informationen wird die Generation allerdings auch nicht glücklich (56 %), überraschenderweise aber durchaus ohne Handy (62 %). Wird nach der Internetbindung gefragt. So zeigt sich, dass eine schwache Mehrheit sowohl unter den Schülerinnen, Schülern und Studierenden (52 %) als auch unter den Berufstätigen (51 %) nicht ohne Internet glücklich sein könnte. Dabei geben sogar 63 Prozent der Schülerinnen und Schüler sowie Studierenden an, dass sie nicht mit ihren Eltern auf Facebook befreundet sind. Die jungen Deutschen wünschen sich außerdem, dass am Ausmaß an Freiheiten und Individualismus nichts verändert wird (91 % und 80 %). Zum Glücklich-Sein werden aber noch andere Dinge benötigt: Die Mehrheit (71 %) kann sich nicht vorstellen, ohne Job glücklich zu sein – und auch nicht ohne andere Mitmenschen: 65 Prozent verneinen, dass sie sich nur auf sich selbst verlassen können. Was die befragten jungen Deutschen wirklich stört, sind erschlichene ­Leistungen vom Staat (60 %) und dass die soziale Ungleichheit immer mehr zunimmt (85 %). Weitere 52 Prozent finden zudem, dass das System nur teilweise Leistung adäquat belohnt.
Generation What? ist ein multi­mediales Projekt, das vom Bayerischen Rundfunk, vom Südwest­rundfunk und vom ZDF umgesetzt und international von der Europäischen Rundfunkunion koordiniert wurde. Von April 2016 bis April 2017 haben sich mehr als 940.000 Menschen aus 35 Ländern beteiligt. Damit ist es die größte europaweite Studie zur Lebenswelt junger Menschen im Alter von 18 bis 34 Jahren. Auf der Website lassen sich die Ergebnisse auch in Echtzeit länder­übergreifend vergleichen.

www.generation-what.de

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    Autor/innen: Antje Müller
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