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aus dem Heft: 2017/04: Soziale Arbeit digital
in der Rubrik: aktuell

Antje Müller: Jugend-Medien-­Studie 2017

Klassisches Fernsehen wird verdrängt und Medienkompetenz setzt sich im Lehrplan durch. Die Oö. Jugend-Medien-Studie 2017 hat das Medienverhalten der Elf- bis 18-Jährigen untersucht und stellt fest: On Demand ist weiter auf dem Vormarsch. Streaming-Dienste wie Netflix (26 %) und Amazon (23 %) sowie Internetplattformen wie YouTube (77 %) stellen für Jugendliche die Hauptquelle für Filme und Videos dar. Im Freizeitverhalten sind die Elf- bis 18-Jährigen jedoch nicht ausschließlich den neuen Medien zugewandt. So kommt noch vor der Kommunikation via WhatsApp und Facebook (73 %), Freunde offline zu treffen (80 %) und mit Familie und/oder Fernsehen Zeit zu verbringen (65 %). Auch die Lesefreude aller Medienangebote bleibt ungebrochen. Unter den genutzten Medien bekommt der Computer Konkurrenz durch den Alleskönner Smartphone, mit dem die Jugendlichen chatten (68 %), YouTube schauen (68 %), telefonieren und surfen (je 63 %). Zunehmend unbeliebter wird der Computer bereits in Sachen Games. Nur noch 23 Prozent spielen fast jeden Tag mit ihm (2013: 37 %). Die bevorzugten Internetplattformen beinhalten Musikvideos (50 %), lustige Clips (44 %), Comedy von YouTubern (34 %) und Tutorials (25%). Obwohl sich Eltern im Vergleich zu 2015 (32 %) weniger Sorgen machen (24 %) und sich gelassener zeigen, wenn ihr Kind online ist, werden vermehrt Regeln aufgestellt. Nur noch 45 Prozent (2015: 59 %) erlauben ihren Kindern eine uneingeschränkte Smartphone-Nutzung, 64 Prozent (2015: 59 %) haben Verhaltensregeln zur Internetnutzung aufgestellt. Zu den wichtigsten Regeln zählen, keine persönlichen Daten preiszugegeben (79 %), nichts im Internet zu kaufen (76 %), bestimmte Websites nicht zu besuchen (69 %) und das Internet nur zu vorgegebenen Zeiten zu nutzen (64 %). In Anbetracht der Entwicklungen reagieren auch Lehrkräfte und halten die Vermittlung von Medienkompetenz an der Schule für ein zentrales Thema (93 %). Neue Medien bzw. Technologien werden dementsprechend für die Erstellung von Arbeitsmitteln (96 %), zum Suchen und Sammeln von Informationen (90 %), zur Video- oder Audiowiedergabe (89 %), für Apps und Lernprogramme (72 %) und für E-Learning-Aktivitäten (63 %) eingesetzt. Die Oö. Jugend-Medien- Studie wird jährlich von der Education Group durchgeführt und befragt Jugendliche zwischen elf und 18 Jahren, Eltern mit Kindern im Alter zwischen elf und 18 Jahren und pädagogische Fachkräfte der Sekundarstufe I zum Medienverhalten österreichischer Jugendlicher.
www.edugroup.at

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    Autor/innen: Antje Müller
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