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aus dem Heft: 2017/04: Soziale Arbeit digital
in der Rubrik: aktuell

Melanie Theissler: Studie: ­Wahrnehmung von Fake News

Fake News bedrohen die Demokratie – zumindest für 61 Prozent der Befragten. Doch wie werden Falschnachrichten in der deutschen Bevölkerung überhaupt wahrgenommen? Mit den Ergebnissen der Studie Wahrnehmung von Fake News liegen erstmals valide Daten zu Fake News und deren Wahrnehmung im deutschsprachigen Raum vor. Knapp über die Hälfte der deutschen Onlinenutzenden sind mit Fake News schon einmal in Berührung gekommen, in der Gruppe der 14- bis 24-Jährigen sogar bereits 77 Prozent. Jede zweite befragte Person ist über Berichte in den Medien auf unwahre Meldungen aufmerksam geworden. Immerhin 45 Prozent kontrollieren die dargestellten Fakten und Sachverhalte. Nutzende nennen als Überprüfungsmethoden die Untersuchung auf Absender, Impressum bzw. der Namen der Autorinnen und Autoren oder fragen die URL der Quelle ab. Vorzugsweise Männer und die Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen beleuchten tendenziell am häufigsten dargestellte Fakten und Sachverhalte. Mit steigendem Alter überprüfen immer weniger Personen die erhaltenen Informationen. Mit 86 Prozent sind sich die Befragten einig, dass es für Nutzende einfacher sein sollte, falsche Nachrichten durch eine Kennzeichnung erkennen zu können. Darüber hinaus befürworten sie mehrheitlich eine Gesetzesänderung zur schnelleren Entfernung von Fake News auf Social Media-Plattformen. Befragte Personen über 60 Jahren vertreten diesen Standpunkt stärker als Jüngere. Westdeutsche geben häufiger an, dass sie auf Falschnachrichten aufmerksam wurden und sind an Fake News generell interessierter als Ostdeutsche. Letztere sind auch häufiger der Meinung, dass es sich bei unwahren Meldungen um freie Meinungsäußerungen handele. Im Vergleich zu Frauen sind Männer gegenüber Fake News aufgebrachter. Auch sind sie verstärkt der Meinung, dass es keine Gesetzesänderung benötige, da Fake News kein neues Phänomen darstelle. Die repräsentative Studie wurde im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) von forsa durchgeführt. Insgesamt wurden 1.011 Personen ab 14 Jahren befragt, die privat das Internet nutzen.
www.lfm-nrw.de

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    Autor/innen: Melanie Theissler
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