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aus dem Heft: 2017/05: Self-Tracking. Lifelogging. Quantified Self.
in der Rubrik: thema

Self-Tracking-Tool: Klout

Als Triebfeder für soziale Interaktion und gesellschaftliche Meinungsbildung besitzt das Social Web und somit der individuelle Status innerhalb der Online-Community für viele Menschen eine große Bedeutung. I>Klout hilft dabei, die eigenen Aktivitäten zu optimieren und den persönlichen Einfluss im Social Web zu erhöhen. Die Nutzung des Tools erfolgt über das Webportal oder die dazugehörige App; beide Versionen bieten identische Funktionen. Durch die Verknüpfung mit einem Facebook- oder Twitter-Account bzw. einigen weiteren sozialen Netzwerken wird der persönliche Klout Score gemessen. Dieser setzt sich aus der eigenen Aktivität sowie der Resonanz der Community auf die eigenen Posts zusammen und wird auf einer Skala von 10 bis 100 dargestellt. Klout bietet außerdem Unterstützung bei der Erhöhung des Scores und präsentiert Post-Vorschläge in Form von aktuellen Neuigkeiten aus individuell zugeschnittenen Interessensgebieten, welche direkt über die App oder das Webportal in dem ausgewählten sozialen Netzwerk veröffentlicht werden können. Entwicklungen der letzten 90 Tage innerhalb des Klout Scores werden dokumentiert, deren Darstellung ist auf eine grobe Verlaufsübersicht reduziert. Einzelne Posts oder aktive Tage, welche die Erhöhung oder Herabsenkung des Scores beeinflusst haben, können nicht nachvollzogen werden. Eine mangelnde Transparenz hinsichtlich der konkreten Analyse des individuellen Scores erschwert die Nutzung des Tools. Es entsteht der Eindruck, dass lediglich die vorgeschlagenen Posts für die Analyse berücksichtigt werden, was zu einem sehr einseitigen Ergebnis führt. Individuelle Privatsphäre-Einstellungen führen zudem leider zu einer eingeschränkten Nutzung und können nach der Registrierung nicht mehr bearbeitet werden. Klout adressiert die Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit und Anerkennung im Social Web und ist demnach insbesondere für Jugendliche interessant. Zugleich wird mit diesem Bedürfnis gespielt, um eine Fülle an persönlichen Daten aus Social Web-Accounts zu erlangen. Die App ist im Playstore mit USK 12 eingestuft. Im Hinblick auf die medienpädagogische Praxis eignet sich das Tool, um die Wirkmechanismen und Motivationen der Preisgabe persönlicher Daten zusammen mit Jugendlichen kritisch zu hinterfragen.

Android (kostenfrei); Webportal (kostenfrei)

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    Autor/innen: Antje Müller
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