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aus dem Heft: 2018/01 Jugend. Medien. Raum. Identität
in der Rubrik: aktuell

Swenja Wütscher: Jugendmedienschutzindex: Zum Umgang mit onlinebezogenen Risiken

Das Alter der Kinder ist der entscheidende Faktor dafür, was Eltern über die Online-Aktivitäten ihrer Kinder denken. Dabei sind sich Eltern und Heranwachsende einig: Der Schutz Heranwachsender ist wichtiger als ein leichter Zugang zu allen Online-Angeboten. Das sind Ergebnisse des Jugendmedienschutzindex – initiiert und herausgegeben von der FSM – Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia- Diensteanbieter e. V., durchgeführt vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und dem Hans-Bredow- Institut. Die Studie zeigt, in welcher Weise der Schutz Heranwachsender vor negativen Online-Erfahrungen in den Sorgen, den Einstellungen, dem Wissen und dem Handeln von Eltern, von pädagogischen Fachund Lehrkräften sowie von Heranwachsenden verankert ist. Die bisherigen Ergebnisse fokussieren die Betroffenen sowie die Endnutzenden des Jugendmedienschutzes: Eltern und Heranwachsende. So lässt sich unter medienpädagogischer Perspektive aus den vielschichtigen Resultaten herausgreifen, dass die Rolle der Eltern für das Funktionieren von Jugendmedienschutz im Alltag von herausragender Bedeutung ist. Sie sind nicht nur diejenigen, die vom gesetzlichen Jugendmedienschutz vorgesehene Schutzinstrumente vor Ort umsetzen sollen, sondern ihr Umgang und ihre Orientierungen fließen direkt in die messbaren Unterschiede der Fähigkeiten und Risikowahrnehmungen ihrer Kinder ein. Angesichts der Befunde, dass die Einstellungen der Eltern zum Jugendmedienschutz sehr unterschiedlich ausfallen und damit die Online-Kommunikation von Kindern unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen stattfindet, sollten medienpädagogische Initiativen und Programme diese Unterschiede vermehrt berücksichtigen. Darüber hinaus bestätigt sich, dass Jugendmedienschutz im Online- Bereich nicht allein darin bestehen kann, Heranwachsende vor möglichen negativen Erfahrungen zu bewahren. Ein Ziel sollte auch sein, sie zu einem bewussten und ihren Interessen gerecht werdenden sowie sozial verantwortlichen Umgang mit Online- Medien zu befähigen und sie dabei zu unterstützen, Risiken zu vermeiden oder zu bewältigen. Empirische Basis der Studie ist eine bundesweite Repräsentativ- Befragung von 805 Internetnutzenden zwischen neun und 16 Jahren und jeweils einem Elternteil, das für die Online-Erziehung zuständig ist bzw. sich am besten mit der Online-Nutzung des Kindes auskennt. Der zweite Teil der Studie, welche die Perspektive von Lehrkräften an Schulen sowie pädagogischen Fachkräften von außerschulischen Bildungseinrichtungen fokussiert, folgt im Laufe des Jahres.

http://www.fsm.de/jugendmedienschutzindex

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    Autor/innen: Swenja Wütscher
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