Inhalt

aus dem Heft: 2018/01 Jugend. Medien. Raum. Identität
in der Rubrik: aktuell

Antje Müller: JIM-Studie 2017

In den Ergebnissen der JIM-Studie 2017 zeigen sich im Gerätebesitz Jugendlicher keine großen Dynamiken. So dominiert das Smartphone mit 97 Prozent weiterhin den Gerätebesitz der Zwölf- bis 19-Jährigen, die deutlich weniger über einen Laptop, Computer, Radio oder Fernseher verfügen. Der Besitz von Tablet-PCs stagniert seit 2015. 89 Prozent der Jugendlichen sind täglich online (2016: 87 %), was sich im Altersverlauf deutlich verstärkt (12 bis 13 Jahre: 78 %; 14 bis 15 Jahre: 89 %; 16 bis 17 Jahre: 94 %; 18 bis 19 Jahre: 94 %). Auch bei der Betrachtung der inhaltlichen Verteilung der Internetnutzung ist wenig Bewegung zum Vorjahr: Der Bereich der Kommunikation rutscht erstmals unter die 40 Prozent-Marke (2017: 39 %; 2016: 41 %), die unterhaltungsorientierte Nutzung steht bei 30 Prozent, Online- Spiele bei 20 Prozent, informative Inhalte bei elf Prozent. Der Anteil der Online-Spielenden nimmt mit dem Alter ab, Ältere wenden sich vermehrt informierenden Inhalten zu. Die Kommunikationsanwendungen Instagram (2017: 57 %; 2016: 51 %) und Snapchat (2017: 49 %; 2016: 45 %) konnten ihre Position ausbauen. WhatsApp bleibt mit Abstand auf Platz 1 (94 %). Die Facebook- Nutzung ist weiter deutlich rückläufig (2017: 25 %; 2016: 43 %). Wird das Informationsbedürfnis fokussiert, zeichnet sich ein Zugewinn in Bezug auf die Themen Lokal-, Bundes-, Weltpolitik und Weltgeschehen. Dabei gibt jeder Zweite an, nach dem Fernsehen Nachrichten und Berichte aus dem Radio sowie aus Gesprächen im Freundes- oder Familienkreis zu beziehen. Andere Nachrichtenquellen im Internet werden (40 %) zudem gedruckten
Tageszeitungen (18 %) bzw. Nachrichten aus dem Facebook-Feed (17 %) zur Informationsbeschaffung vorgezogen. Für Schulaufgaben arbeiten Jugendliche täglich eine dreiviertel Stunde am Computer oder im Internet, sieben Prozent sind auch täglich in der Schule online. Vorwiegend eingesetzt werden dort stationäre Computer (79 %) und Whiteboards (52 %). Die regelmäßige Nutzung von Smartphones (13 %), Laptops (9 %) und Tablet-PCs (4 %) spielt damit eine eher untergeordnete Rolle. Die repräsentative Studie zum Medienverhalten Jugendlicher in Deutschland wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren telefonisch befragt (für mehr Informationen zur Studie siehe Rubrik ‚nachgefragt‘ in dieser Ausgabe).

http://www.mpfs.de

Heft bei Kopaed bestellen

    Autor/innen: Antje Müller
    seitenanfang | druckansicht