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Monitor Digitale Bildung

Die Hochschulen im digitalen Zeitalter

Der digitale Wandel verändert das Lernen wie kaum eine gesellschaftliche Entwicklung zuvor. Lernen findet zunehmend virtuell statt, ob als E-Lecture, kostenloser Online-Kurs, im "Inverted-Classroom" oder durch Learning Apps. Doch wie gut sind die Bildungsinstitutionen in Deutschland darauf vorbereitet? Wie verbreitet sind digitale Lerntechnologien und wie werden sie eingesetzt? Trägt die Digitalisierung zu mehr Chancengerechtigkeit bei oder vergrößert sie sogar soziale Unterschiede in der Teilhabe? Der Monitor Digitale Bildung der Bertelsmann Stiftung schafft eine umfassende und repräsentative empirische Datenbasis zum Stand des digitalisierten Lernens in den verschiedenen Bildungssektoren in Deutschland – Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung.


Die wichtigsten Ergebnisse

1. Didaktische Potentiale bleiben trotz guter Infrastruktur oft ungenutzt: Die technische Ausstattung und Infrastruktur zum digitalen Lernen an deutschen Hochschulen wird von den Befragten überwiegend als gut bewertet. Soziale Medien oder innovative didaktische Formate wie Inverted-Classroom werden jedoch weit weniger eingesetzt.

2. Hochschulleitungen und Verwaltungsmitarbeiter sehen in der Digitalisierung Lösungen für konkrete Herausforderungen: Bei den Lehrenden dominiert oft noch Skepsis: Mobile Geräte gelten als ablenkend oder störend in der Lehrveranstaltung.

3. Bei Strategiefragen gibt es zwei Lager: konsequent digitale Verfechter und konsequent analoge Skeptiker. An den meisten Hochschulen ist man mit dem aktuellen Status Quo der Digitalisierung der Lehre zufrieden.

4. (Lehramts-)Studierende sind keine Enthusiasten der Digitalisierung: Hochschulleitungen und Verwaltungsmitarbeiter setzen auf Lehrende und Studierende als Treiber der Digitalisierung der Lehre. Bei den Lehrenden steht und fällt alles mit deren Eigeninitiative: Wer sich für das Thema ohnehin interessiert, bringt es auch in die Lehre ein; wer nicht selbst affin ist, lehrt auch weniger digital.

5. Beim Umgang mit offenen Lernmaterialien (OER) herrscht unter den Lehrenden Zurückhaltung: Open Educational Resources werden von Hochschullehrenden ambivalent bewertet. Sie sehen durchaus deren Potentiale, schöpfen diese aber noch nicht aus. Es bestehen große Unsicherheiten insbesondere in Bezug auf Qualitätsfragen und urheberrechtliche Aspekte.


Der Monitor lenkt die oft technik- und gefahrendominierte Debatte auf folgende Kernfragen:

  • Verbessern digitale Technologien das Lernen und geben sie Impulse für neue didaktische Konzepte in Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung?
  • Wie kann digitales Lernen benachteiligte Lerner fördern und den Zugang zu den einzelnen Bildungssektoren insgesamt erhöhen?
  • Wie können Lehrkräfte auf den Einsatz – und ggf. die Erstellung – digitaler Bildungsmedien vorbereitet und dabei unterstützt werden?


Weitere Informationen finden Sie hier:
www.bertelsmann-stiftung.de
Monitor digitale Bildung
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