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Zertifizierung von freien Bildungsressourcen

Forum neue Medien legt Konzept für österreichische Hochschulen vor

Die Arbeitsgruppe Open Educational Resources des Forum Neue Medien in der Lehre Austria (fnm-austria) präsentiert auf dem ersten österreichischen OER-Festival das Konzept zur Zertifizierung von freien Bildungsressourcen.

Für Hochschullehrende wird eine zweiteilige Zertifizierung vorgeschlagen, die unabhängig voneinander absolviert werden können. Den einen Teil der Zertifizierung erfüllen Hochschullehrende, wenn sie zumindest drei freie Bildungsressourcen produziert und veröffentlicht haben. Der andere Teil gilt als absolviert, wenn Hochschullehrende ein weitgehend standardisiertes Qualifizierungsprogramm im Umfang von 25 Stunden (1 EC) durchlaufen haben.

Die Zertifizierung von Hochschulen besteht aus drei, ebenfalls nicht aufeinander aufbauenden Teilen: Zum einen müssen Hochschulen über ein entsprechendes OER-Qualifizierungsangebot verfügen und sich öffentlich/strategisch zu freien Bildungsressourcen bekennen. Zum anderen ist eine bestimmte, von der Größe der Hochschule abhängige Anzahl von zertifizierten Hochschullehrenden notwendig. Der dritte Teil setzt ein eigenes Repositorium (oder eine geeignete Verbundlösung in Kooperation mit anderen Hochschulen) voraus, in dem Open Educational Resources abgelegt und zugänglich gemacht werden.

In technischer Hinsicht sollen die Zertifizierungen in Form von digitalen Open-Badges realisiert werden. In ihnen sind alle notwendigen Metadaten gespeichert, die einen Beleg über Kontext, Bedeutung und erbrachte Leistung zum Erlangen des jeweiligen Zertifikates geben. Im vorliegenden Konzept werden bereits alle wesentlichen Merkmale der zu verwendenden Open-Badges dargestellt.

Das Konzept sieht vor, dass die Zertifizierung der Hochschullehrenden und der Hochschulen durch eine zentrale Einrichtung erfolgen soll. Aus welchen Stakeholdern sich diese Einrichtung zusammensetzt obliegt der Entscheidung des Bundesministeriums. Im Konzept wird vorgeschlagen, eine solche nationale Stelle bis zum Jahresende 2017 zu initiieren, die dann ab 2018 ihre Arbeit aufnehmen soll.

Um die Verwendung und Erstellung von OER an österreichischen Hochschulen weiter voranzutreiben, ist eine begleitende Informationskampagne geplant. Mit ihrer Hilfe soll für eine intensivere Zusammenarbeit der Hochschulen im Bereich der freien Bildungsressourcen geworben werden. Gleichzeitig sollen aktive Hilfestellungen wie Vorlagen für OER-Strategien oder Unterstützungsmaßnahmen beim Austausch der konzipierten OER-Qualifizierungsmaßnahmen und der vorhandenen bzw. geplanten Infrastruktur bereitgestellt werden.

Mit dem Konzept zur OER-Zertifizierung an österreichischen Hochschulen wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein zur Verwendung und Erstellung von freien Bildungsressourcen umgesetzt. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass seitens des Bundesministeriums weitere Schritte zur Etablierung von OER geplant sind. So sollen freie Bildungsressourcen in der Leistungsvereinbarungsperiode 2019 bis 2021 Berücksichtigung.

Das Konzept wurde dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Rahmen des ersten österreichischen OER-Festivals am 31. Mai 2017 an der Universität Graz übergeben. Aufgrund der bisherigen Gespräche mit dem Bundesministerium sind die Autorinnen und Autoren zuversichtlich, dass die im Konzept empfohlenen Schritte gemäß der vorgeschlagenen Roadmap umgesetzt werden.

Link zum Download "Konzept OER-Zertifizierung an österreichischen Hochschulen":
www.fnm-austria.at
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