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Edelman Trust Barometer 2018: Fake News fördern globale Vertrauenskrise

In vielen Ländern der Welt sinkt der Studie Edelman Trust Barometer 2018 zufolge das Vertrauen in die Medien: In 20 von 28 untersuchten Ländern seien die Befragten bei der Suche nach echten Informationen verunsichert, heißt es in dem am Dienstag von einer Kommunikationsagentur veröffentlichten Edelman Trust Barometer. Der Glaubwürdigkeitsverlust betreffe vor allem soziale Medien und Suchmaschinen. Global vertraue nur jeder zweite Befragte Plattformen wie Google, Facebook und Twitter. Traditionelle Medien wie Zeitungen, TV-Sender sowie seriöse Online-Medien hingegen hätten Vertrauen gewonnen: Ihr Ansehen stieg global um fünf Punkte auf 59 Prozent.

Vor allem die Deutschen vertrauten den Angaben nach stärker traditionellen Medien als Suchmaschinen und sozialen Medien: Während 61 Prozent der deutschen Befragten traditionellen Medien Vertrauen schenkten, seien es bei Plattformen nur 40 Prozent. Indessen stieg auch die Glaubwürdigkeit von Journalisten insgesamt - in Deutschland um 19 Punkte auf 45 Prozent sowie weltweit um 12 Punkte auf 39 Prozent.

"Der Schutz einer hohen Informationsqualität ist zur wichtigsten Aufgabe der Medien geworden", fasste Susanne Marell, Deutschland-Chefin von Edelman Ergo, die Ergebnisse zusammen.

Es gaben in der Studie jedoch auch 63 Prozent der Befragten an, dass sie Qualitätsjournalismus nicht von Falschinformationen unterscheiden könnten, da sich deren Darstellung in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter ähnele. In Deutschland ist der Wert mit 54 Prozent deutlich niedriger, heißt es im Edelman Trust Barometer, das seit 18 Jahren veröffentlicht wird. Fast sieben von zehn der Befragten weltweit fürchten, dass mit Falschnachrichten auch Wahlen manipuliert werden könnten.

Das Barometer erscheint jährlich zum Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz). Für die Befragung wurden mehr als 33.000 Männer und Frauen aus überwiegend Industriestaaten online befragt.

Weitere Informationen unter www.edelmanergo.com
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